Dienstag, 6. September 2016

pflau/mi


Bis zum nächsten Sommer. Da/s war ein Versprechen. 

Auch in dieser U/Frische waren die Pflaumen meine zufälligen Begleiter. Ganze Straßenzüge übersät mit Obstkonfetti, das ich einfach nur vom Himmel pflücken musste. Kiloweise Mirabellen mit goldenen Sprossen und tiefviolette Pflaumen, in denen es sich ab und ein Wurm gemütlich machte. So ist das mit der Katze und der Maus und dem Tisch, wenn keiner guckt ;)

Ja, einsame Weiten waren es tatsächlich, die ich dort, etwas oberhalb der Mecklenburgischen Schweiz, wiederfand. Indre hat damals ebenfalls gesammelt - und die Früchte reduziert versüßt. Bei mir wurde dreimal ein Crumble daraus. Schlicht: überbackene Früchte. Die Form dafür fand ich auf dem Flohmarkt, der mobile Ofen für die Steckdose ein Leihgabe, Butter, Zucker und Mehl sogar auf dem Dorf ein Klacks. Vier Zutaten - und am Ende war alles mehr als gut. Ganz einfach. So sehr ich das ein oder andere aromatische Zutatenplus schätze, diese Version behalte ich bei. Ach, ganz vieles möchte ich beibehalten. Doch Zuhause ist manchmal schneller als Ankommen . . .

+ bevor hier jetzt alles Obst von den Bäumen fällt: Pflau/Mi Crumble
(fast schon zu profan, um es Rezept zu nennen // alternativ gäbe es diesen fabelhaften Mini mit Zimtkruste)


reichlich Mirabellen + Pflaumen halbieren, entsteinen, bodenbedeckend in eine ofenfeste Form schichten // berohrohrzuckern + kurz Saft ziehen lassen // in der Zwischenzeit aus Dinkelvollkornmehl (Typ 1050), kalter (!) Butter und Rohrohrzucker im Verhältnis 4:2:1 Streusel kneten. Angemerkt: mein Gusto + mein Pi-mal-Daumen :) Wer sich für die perfekten Streusel interessiert, liest hier! // rauf auf die Früchte, ab in den Ofen // bei 180 Grad für 25-30 Minuten bräunen // lauwarm mit Rahm auftischen // der späten Sonne entgegenblinzeln



+ mal wieder . . .

Sonntag, 7. August 2016

rote früchte


(kulinarische)
sommer
o
' ' '


sammlung
!



1 Himbeerstreich

200 Gramm frische Beeren // 1 bis 2 Esslöffel Chiasamen (je nach bevorzugter Konsistenz) // 1 Esslöffel Rohrohrzucker // mit dem Pürierstab gut durchmixen // 30 Minuten quellen lassen // in ein kleines bedeckeltes Glas füllen // hält sich im Kühlschrank ein paar Tage // streicht sich gut auf Brioche // kleckst auf Joghurt und Müsli // fein auch als Fülle für eine Biskuitroulade

2 Käsekuchen im Glas

85 Gramm Dinkel-Butterkekse // grob gebröselt auf vier Gläser verteilen (die linken gibt's ü hier ;)) // 200 Gramm Frischkäse o Sahnequark // 200 Gramm griechischer Joghurt // etwas Rohrohrzucker nach Geschmack // ein paar Tropfen Zitronensaft // zu einer Creme rühren // auf die Kekse geben // 100 Gramm geputzte und geviertelte (Erd-)Beeren // aromatisiert mit Holunderblütensirup // >on top<

alternativ: Schokoladen-Minz-Taler + Vanillecreme + Stachelbeeren + Johannisbeeren 

Merci Okka!

3 Brown Butter Nectarine Cobbler 

nach einem Rezept aus der NY Times // köstlich auch mit geriebenen, gerösteteten Piemonteser (!) Haselnüssen // statt Mandelblättchen

4 Raspberry Ricotta Cake  

nach Orangette 

euch (weiter) eine gute So/Zeit . . . 

Freitag, 15. Juli 2016

blätter für die küche



>Nichts beruhigt so sehr wie Kochbücher lesen. Ein Geheimrezept an sich also!< Diesen Gedanken servierte mir Anna einst als Kommentar zu einem meiner Papiergänge. Ich hoffe, gerade DU denkst auch daran :)

Mein letztes Mahl ist nun tatsächlich schon über ein Jahr her: Zeit, wieder blätternd auf die Suche zu gehen. Ist mein Geschmack für Neues bereit oder manifestiert er sich? Was kommt da auf uns zu? Immer noch und immer wieder habe ich große Freude daran, zu suchen, zu finden, zu schauen. Manchmal entwischt mir dabei ein stutzendes >Aha!<, und manchmal ein richtig gutes >Ha!<

Wie gerne gehabt landen auch diesmal wieder Wunschtitel auf dem Tablett, die in den nächsten Monaten peu à peu erscheinen werden oder gerade publiziert wurden. Mit einer Ausnahme - die nämlich gibt es schon sehr lange. Daneben liegen erprobte und gemochte Seiten, die zeitlich gesehen nicht aktuell sind, aber bei mir trotzdem ganz vorne liegen. Lieblinge eben. Eure dürft ihr gerne ergänzen. Da ist bestimmt noch Kochbuch/Luft!

1 Zuerst begegnete mir Tainá Guedes im Netz als großartige Frau mit Tuch (und für Frauen mit Tüchern im Haar pflege ich ein Faible ;)). Das Wiedersehen erfolgte kurz darauf in Kathrins Photisserie. Im Herbst erscheint Mottainai. Der Begriff aus dem Buddhismus >meint den Respekt vor den Dingen und das Bestreben, entsprechend mit ihnen umzugehen und nichts zu verschwenden.< Was für ein spannendes Konzept! Tainá steckt übrigens auch (mit) hinter der Entretempo Kitchen Gallery in Berlin, einem Raum, in dem sie Essen und Kunst erlebbar macht. Verlag Antje Kunstmann
2 Ich wiederhole mich, ja. Aber ich tue das gerne - und versprochen kurz; ich bin halt ein Fan ;) Nigel Slaters drittes Küchentagebuch Ein Jahr lang gut essen kommt jetzt auch als deutsche Fassung auf den Markt. Hier weilt es natürlich schon in der englischen Version, und auch wenn der dritte Band nicht unbedingt meine Nummer Eins ist, darf er im Regal nicht fehlen! DuMont Buchverlag
3 Meine Buchhändlerfreundin Nina versorgt mich bei unseren Treffen immer mit einer Geschmacks/Liste. Da stehen neben vielen guten Dingen selbstverständlich auch Büchertipps drauf. Kitchen von Banana Yoshimoto war einer der ersten. Keinesfalls neu, aber ganz besonders diesen Platz hier wert. Diogenes
5 Das Buch vom Tee erschien erstmals 1906. Jetzt gibt es eine illustrierte Neuauflage, deren Gestaltung mich allein durch kurzes Einblicken zum Kauf anreizt. Insel-Bücherei
6 Mit 3191 Miles Apart begann ua meine Reise im Netz, lange bevor ich selbst diesen Ort hier zu füllen begann. Umso schöner, dass bald nach unendlicher Wartezeit und >A Year Of Mornings< A Year Between Friends erscheint. Kein reines Kochbuch, aber dennoch ein fabelhafter Pool für Rezepte. Ich freue mich jedenfalls schon sehr. Ü auch wöchentlich (jeden Sonntag!) über die >3191 Notes<. Hier kann man sich dafür eintragen. ABRAMS
7 Genau wie Micha bin ich eine große Verfechterin des Obst zur salzigen Speise. Bernadette Wörndl ist das ebenfalls - und so hat sie ein Buch zu diesem Thema gemacht, das schlicht und einfach Obst heißt. 120 Rezepte von salzig bis süß und laut Verlag ein echtes Standardwerk. Brandstätter
8 Seit ich in Maastricht Ferran Adriàs Ausstellung >Notes on Creativitiy< (dazu gleich mehr!) gesehen habe, begeistert mich der Ansatz, Essen künstlerisch umzusetzen noch ein wenig mehr (als vorher schon). Auch der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson nähert sich in seinem Studio dem gemeinsamen Essen. The Kitchen ist sein Kochbuch dazu. Knesebeck
9 Eine kleine Küche in New York - genauer gesagt, die von Deb Perelman. In ihrer Smitten Kitchen entstehen ua diese großartigen Zitronenschnitten. Demnächst gibt es das Kochbuch, welches im Original schon vor drei Jahren erschien, endlich auch auf Deutsch. berlin Verlag


10 Twelve Recipes von Cal Peternell ist auf dem Weg. >Warm, funny and smart.< Und mit einem Vorwort von Alice Waters. Das reicht mir schon ;) Harper Collins

11 Der bereits erwähnte Ferran Adrià, spanischer Koch und 25 Jahre mit eigenem Restaurant (dem berühmten >ElBulli<), hat in einem ausstellungsbegleitenden Notiz/Buch seine Notes on Creativity festgehalten. Neben der gedruckten Edition ist es sogar online bei Issuu vollständig einsehbar ist. Ich bin absolut berührt von seiner Art, Essen zu denken - und zu skizzieren. Drawing Center

12 Neben all den richtig guten, (mich) inspirierenden Kochbüchern, gibt es dennoch etwas besonders Schönes: notierte Rezepte von Freunden. Seit ein paar Jahren heftet Julie ihre Jahreslieblinge in einem kleinen Büchlein zusammen. Ganz schlicht, ohne Bilder, mit kurzen persönlichen Anmerkungen. Ich freue mich schon jetzt auf das Heft zur Sechzehn - und sage: schreibt! Schreibt auf, was euch schmeckt. Das ist ein großer Schatz. 

13 Aus keinem Kochbuch habe ich bislang so viel probiert, wie aus Jerusalem. Yottam Ottolenghi trifft ausnahmslos meinen Geschmack! Die orientalische Küche mit süßen Spitzen mag ich einfach unglaublich gern. Außerdem hat er mir meinen wiederholten Sommerklassiker beschert: Conchiglie with yoghurt, peas and chilli. Dorling Kindersley

14 Die Liste schließt mit der Person, mit der sie begonnen hat: mit Anna. Sie schickte mir - mal wieder genau passend - und mit den treffendsten Begleit/Worten Nigellas How to be a domestic goddess. Ja. Und wie? Genau so. Danke dir, Anna. Hachette Books